Das Evangelische Gemeindezentrum in Wörgl

Unsere NEUE HEIMAT


Ein neuer Spielort, ein neues Kapitel – die GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL hat eine neue Heimat gefunden!

Nach fast zwei Jahrzehnten im traditionsreichen Astnersaal beginnt für die GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL ein neuer Abschnitt ihrer Theatergeschichte. Mit dem Evangelischen Gemeindezentrum Wörgl in der Bruder-Willram-Straße 43 hat die Bühne einen neuen Ort gefunden, an dem Theater, Kultur und Gemeinschaft künftig aufeinandertreffen.

Mit dem Abschied vom Astnersaal im Frühjahr 2025 ging für die Mitglieder der Gaststubenbühne eine besondere Ära zu Ende. Umso größer ist die Freude, nun wieder eine feste Spielstätte gefunden zu haben, in der die langjährige Theatertradition fortgesetzt werden kann.

Ein Haus mit Geschichte

Die Geschichte des Evangelischen Gemeindezentrums reicht bis in die frühen 1970er-Jahre zurück. Lange Zeit verfügten die evangelischen Christen in Wörgl über keine eigene feste Heimstätte. Gottesdienste und Zusammenkünfte fanden an unterschiedlichsten Orten statt – in Privathäusern, Gasthäusern, einem ehemaligen Kino und schließlich in der Wörgler Spitalskirche. Erst 1972 wurde das Evangelische Gemeindezentrum in der Wörgler Lahntalsiedlung fertiggestellt und eingeweiht. Möglich wurde dies durch das große Engagement der evangelischen Pfarrgemeinde und die Unterstützung zahlreicher Förderer und Spender. Seither entwickelte sich das Gebäude zu einem wichtigen Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der Begegnung. Neben Gottesdiensten fanden hier über die Jahrzehnte zahlreiche Veranstaltungen, Feiern und gemeinschaftliche Aktivitäten statt. Im Jahr 2022 feierte das Evangelische Gemeindezentrum sein 50-jähriges Bestehen (ein halbes Jahrhundert), in dem das Haus für viele Menschen zu einem vertrauten Treffpunkt geworden war.

Ein neues Kapitel für die Gaststubenbühne

Nun wird diese Geschichte um ein weiteres Kapitel bereichert: Mit dem Einzug der GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL erhält das Gemeindezentrum eine zusätzliche kulturelle Bedeutung. Die Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit, Theater in einer besonders persönlichen Atmosphäre zu erleben. Die Nähe zwischen Schauspielern und Publikum schafft dabei einen besonderen Rahmen für intensive, unterhaltsame und unvergessliche Theaterabende. Am 27. Februar 2027 um 20:00 Uhr wird mit Agatha Christies weltberühmtem Krimiklassiker „Die Mausefalle“ die erste Premiere in der neuen Spielstätte gefeiert. Unter der Regie von Birgit Hermann-Kraft, die erstmals bei der Gaststubenbühne Wörgl Regie führt, wird damit der Grundstein für eine neue Theaterära gelegt.

Ein besonderer Dank

Dass die GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL eine neue Heimat gefunden hat, ist keine Selbstverständlichkeit. Unser ganz besonderer und herzlicher Dank gilt daher Pfarrer Thomas Müller von der Evangelischen Pfarrgemeinde Kufstein-Wörgl, der uns mit großer Offenheit und Vertrauen begegnet ist und die Nutzung des Gemeindezentrums als neue Spielstätte ermöglicht hat. Wir bedanken uns herzlich für die Bereitschaft, die Türen dieses besonderen Hauses auch für die Theaterkultur zu öffnen, und freuen uns auf eine gute, partnerschaftliche und langfristige Zusammenarbeit. Unser Dank gilt ebenso allen Verantwortlichen und Mitgliedern der evangelischen Pfarrgemeinde, die diesen neuen gemeinsamen Weg unterstützen.

„Sichtbar evangelisch“ bedeutet auch, Räume für Begegnungen zu schaffen, Menschen zusammenzubringen und das kulturelle Leben aktiv mitzugestalten. Mit der neuen Theaterheimat wird dieser Gedanke auf besondere Weise lebendig.

Die GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL freut sich darauf, im Evangelischen Gemeindezentrum viele neue Geschichten zu erzählen, Menschen zu begeistern und gemeinsam mit ihrem Publikum ein neues Kapitel ihrer Theatergeschichte zu schreiben.


 


Der Astnersaal in Wörgl

GESCHICHTE | Unsere bisherige Theaterheimat


Fast zwei Jahrzehnte waren die GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL und der Astnersaal untrennbar miteinander verbunden.

Seit 2006 war der traditionsreiche Astnersaal die Heimat der GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL und wurde über viele Jahre hinweg zum Schauplatz zahlreicher unvergesslicher Theaterabende.

Im September 2010 investierten die Mitglieder der Gaststubenbühne Wörgl über 400 freiwillige Arbeitsstunden, um den Saal in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Mit großem persönlichen Einsatz wurden Gerüste auf- und abgebaut, Risse verspachtelt, Wände grundiert und gestrichen, neue Lampen montiert und unzählige Stunden mit Reinigungs- und Renovierungsarbeiten verbracht. Das Ergebnis war ein heller, freundlicher Saal, der seinen Besuchern wieder in voller Pracht begegnete.

Die Geschichte des Astnersaals reichte weit zurück: Bereits im Jahr 1901 erwarb Jakob Astner das alte Gasthaus „Alte Post“, ließ es neu erbauen und um einen großen Veranstaltungssaal erweitern. Dieser galt lange Zeit als der größte Saal im Tiroler Unterland.

Über viele Jahrzehnte war der Astnersaal ein bedeutender gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt in Wörgl. Bälle, Feiern, Wohltätigkeitsveranstaltungen und zahlreiche Festlichkeiten fanden hier statt. Auch wichtige Meilensteine der Stadtgeschichte wurden in diesen Räumlichkeiten gefeiert: So fand 1911 der Festakt zur Markterhebung Wörgls statt, und 1951 wurde hier die Festsitzung des Gemeinderates anlässlich der Stadterhebung abgehalten.

Während des Ersten Weltkriegs diente der Saal als Lazarett für verwundete Soldaten. In späteren Jahren musste ein Teil des beeindruckenden Gebäudes aufgrund statischer Probleme abgetragen werden. Dennoch blieb der Astnersaal auch in seiner verkleinerten Form ein besonderer Ort für Veranstaltungen und Feierlichkeiten.

Mit dem Einzug der GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL im Jahr 2006 begann ein weiteres bedeutendes Kapitel seiner Geschichte. Fast zwei Jahrzehnte lang bot der Saal den Rahmen für zahlreiche Theaterproduktionen und wurde für Schauspieler und Publikum gleichermaßen zu einem vertrauten und geschätzten Ort.

Mit der letzten Produktion „Geschichten aus dem Wienerwald“ von Ödön von Horváth im Frühjahr 2025 verabschiedete sich die GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL schließlich von ihrer langjährigen Spielstätte. Damit ging ein besonderes Kapitel der Wörgler Theatergeschichte zu Ende.

Unser herzlicher Dank gilt den Wirtsleuten Hanni und Hannes Silberberger für die langjährige, freundschaftliche Zusammenarbeit und die gemeinsame Zeit im Astnersaal.

Ein besonderer Dank gilt auch allen, die bei der Renovierung im Jahr 2010 tatkräftig mitgeholfen haben: Andi, Birgit, Christian, Helmut, Manuel, Margit, Mathilde, Mike, Otto, Pauli, Priska, Stuart, Susanne, Thomas, Vroni und Wolfgang.

Der Astnersaal wird immer einen besonderen Platz in der Geschichte und in den Erinnerungen der GASTSTUBENBÜHNE WÖRGL behalten.